Artikel 2.009

  • Einen Durchsuchungsbeschluss erließ das Amtsgericht Erfurt gegen den Besitzer einer Drohne. Ein Nachbar, der die Drohne über die Gärten hinweg auf sein Schlafzimmer zusteuern sah, hatte den Vorfall dem Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten gemeldet.

    Das Fluggerät selbst wurde bei der Durchsuchung allerdings nicht gefunden. Es wurden aber Datenträger beschlagnahmt, auf denen Videoaufzeichnungen der Drohne vermutet werden.

    Eine gerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung wegen eines Drohnenfluges, weil man vermutet, dass es sich um eine Kameradrohne handeln könnte, entspricht das dem juristischen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit? Es bestand aus Sicht des Landesdatenschützers akuter Handlungsbedarf, da er eine massive Beeinträchtigung der Rechte und Freiheiten des Nachbarn befürchtete. Und: Hausdurchsuchungen seien grundsätzlich auch bei Ordnungswidrigkeiten vorgesehen. (Barbara Hartmann) [weiterlesen]

  • Die Leica Galerie Stuttgart zeigt bis zum 17. Oktober 2020 die bunten, anspielungsreichen Bilder des „Fellinis von Stuttgart“, des Fotokünstlers Claus Friedrich Rudolph.

    Der 1954 in Stuttgart geborene Fotograf startete seine künstlerische Laufbahn, fasziniert von Kinoplakaten, als Siebdrucker und Maler von Kinoplakaten. Seine späteren fotografischen Werke sind ebenso detailreich und sorgfältig ausgearbeitet wie seine frühen Siebdrucke und Plakate.

    Eines seiner bekanntesten Werke „Wo geht die Liebe hin, wenn du weg bist“ ist in der Stuttgarter Ausstellung zu sehen. Die großformatige 120 x 270 cm große Fotografie bietet Platz für ein rätselhaft, romantisches Motiv – eine Dame mit Sonnenschirm reitet auf einem Rhinozeros, das auf einem Kahn im nebligen Bodensee steht.

    Eine andere Inszenierung mit einem großen, exotischen Tier ist das Werk „Ihr seid alle gleich“ – Im Zentrum sitzt ein Tiger an einem mit Tischtuch und Blumenbuketts wie zu einer Beerdigungsfeier dekorierten… [weiterlesen]

  • Die AG „Grenzüberschreitungen“ der Global Young Faculty schreibt einen Fotowettbewerb für Fotografiestudierende und -auszubildende sowie andere interessierte Young Professionals mit einem Preisgeld von bis zu 3.000 Euro aus.

    Das Beste an Fotowettbewerben ist oftmals die "Ausschreibungs-Lyrik", die literarische Form, mit der die Veranstalter ihr Thema zu präzisieren suchen:

    "Grenzen trennen und verbinden gleichzeitig. Sie definieren Bereiche und stiften damit Identität. Sie liegen nicht nur zwischen Staaten. Es gibt sie überall dort, wo eines aufhört und ein anderes beginnt. Wir sprechen auch von Grenzen des Machbaren, des guten Geschmacks, des Erträglichen und des Sagbaren. Gerade in Zeiten von Krisen werden Grenzen neu etabliert. Nicht zuletzt gibt es moralische und persönliche Grenzen, die für viele Menschen nicht überschritten werden dürfen. Wer sie nicht respektiert, begibt sich womöglich in einen Bereich, den andere für sich beanspruchen oder für besonders… [weiterlesen]

  • Der mehrfach ausgezeichnete Sportfotograf Jörg Lühn ist neuer Partner von imago images und beliefert die Bildagentur unter dem Fotocredit „Holsteinoffice“ mit Bildmaterial bevorzugt aus den Bereichen: Fußball (Holstein Kiel), Handball (THW Kiel), Badminton (1. Bundesliga) sowie dem Reitsport der holsteinischen Region.

    Wie der Agenturname „Holsteinoffice“ und die fotografische Ausrichtung es bereits vermuten lassen, ist Fotograf Jörg Lühn in Holstein, dem Land zwischen Nord- und Ostsee, zu Hause. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt sich Lühn intensiv mit der Fotografie. Schnell fand er als Autodidakt in die professionelle Fotografie, gründete seinen eigene Fotoagentur und übt seither leidenschaftlich seine Tätigkeit als hauptberuflicher Pressefotograf aus.

    Hier seine Bilder: imago-images.de/search?fotogra…gn=FotografHolsteinoffice [weiterlesen]


  • Vom 22. Juli bis zum 23. August zeigt die GAF in Hannover Porträtfotografien japanischer Opfer des radioaktiven Regens nach dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945.

    Die noch lebenden Opfer des verseuchten „Schwarzen Regens“ werden bis heute nicht als Opfer der Bombe anerkannt. Aus Angst vor Diskriminierung verheimlichen viele, dass ihre Gesundheit durch die radioaktiven Niederschläge zerstört wurde, dass sie Überlebende „kuroi ame hibakusha“ sind.

    Thomas Damm, der neben Fotojournalismus an der Hochschule Hannover auch Politik, Philosophie und Soziologie in Gießen studiert hat, erhielt für „Black Rain Hibakusha“ innerhalb eines Auslandssemesters an der Hiroshima City University den Hiroshima City Student Award. Er gibt mit seinen eindrucksvollen Porträts den von der Welt vergessenen Opfern des radioaktiven Schwarzen Regens ein Gesicht.

    Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Ausstellung in der GAF bilden eine Kunstausstellung in der Weißen Halle, ein… [weiterlesen]
  • Bei einer Auseinandersetzung am Rande des Chemnitzer Stadtfestes im August 2018 wurde ein Mann tödlich und zwei weitere schwer verletzt. Bei den von Rechten und rechtsextremen Gruppen aufgerufenen Demonstrationen - aufgrund des Migrationshintergrundes der mutmaßlichen Täter - kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

    Auch die Klägerin hatte an einer der Demonstrationen teilgenommen und ihre Teilnahme mit einem Video dokumentiert, in dem sie gut erkennbar in die Kamera spricht. Das Video hatte sie selbst im Internet veröffentlicht.

    Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hatte im Dezember 2018 dazu aufgerufen, Teilnehmer bei den Ausschreitungen in Chemnitz über eine Bilddatenbank zu identifizieren und bei ihren Arbeitgebern zu melden.

    Es wurden Porträt-Bilder veröffentlicht, darunter auch das Bild der Klägerin, entnommen aus dem von ihr im Internet veröffentlichten Video. Unter dem Bild konnte abgestimmt werden, wie „rechts“ die Abgebildete sei. Mittlerweile schaltete das… [weiterlesen]













  • Der in Berlin lebende Fotograf Nikolaus Stein erhält den Marta Hoepffner-Preis für Fotografie 2020. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird alle drei Jahre vergeben und ist mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Hofheim am Taunus (läuft bis zum 13 September) verbunden.

    Zusammen mit dem Preisträger werden dort - unter dem Titel "Fremder Blick" - die Schwarz-weiß-Arbeiten von elf weiteren Fotografen gezeigt: Arhun Aksakal, Louisa Bäcker, Bastian Gehbauer, Ronja Hermann, Tanita Hub, Alexander Klang, Milan Koch, Michael Paul Romstöck, Aristidis Schnelzer, Fabian Stransky und Marcus Wiechmann.

    Mit der Verleihung des Marta Hoepffner-Preises für Fotografie wird an die Fotografin Marta Hoepffner (1912 – 2000) und Leiterin der gleichnamigen Fotoschule erinnert. Der Fotografie-Preis wird an einen Fotografen vergeben, "der sich mit innovativen, experimentellen Formen der Schwarz-Weiß-Fotografie beschäftigt".

    Der Online-Katalog zur Ausstellung [weiterlesen]


  • Nein, einen Brexit gibt es bei ullstein nicht. Im Gegenteil! Mit den historischen Briggs-Fotografien erweitert ullstein bild seinen Bestand an britischen Motiven: England in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Seit kurzem verfügt die Berliner Pressebildagentur über eine weitere Kollektion, die den eigenen weltbekannten Bestand hervorragend ergänzt. Die Bilder stammen von Studio Briggs Limited, einem Londoner Fotounternehmen, das 1922 gegründet und bis 1991 betrieben wurde. Der Enkel des Gründers WG Briggs, Roger Kennett, hat eine Auswahl aus dem Archiv der Agentur gesichtet und digitalisiert.

    Hauptsächlich handelt es sich dabei um Fotografien aus den Jahren 1930 bis 1960. Darunter viele ikonische Bilder die unter anderem das englische Arbeitermilieu zeigen, Stadtansichten von London, stimmungsvolle Szenen aus der Mitte des damaligen Alltags oder auch Industriefotografie.

    England hat im 20. Jahrhundert immer wieder Bildmotive geboten, die der Fotograf WG Briggs kunstvoll und mit… [weiterlesen]
  • Eine regionale Tageszeitung berichtete über eine Stadtratssitzung in einer sächsischen Gemeinde. Auf den illustrierenden Fotos war die Kämmererin zu sehen. Sie klagte vor dem Landgericht Leipzig auf Unterlassung und bekam dort Recht. Sie habe der Bildveröffentlichung nicht zugestimmt und es liege auch kein Ereignis der Zeitgeschichte vor.

    Die Zeitungsverlegerin legte vor dem Oberlandesgericht Dresden Berufung ein, das in der Sache ganz anders urteilte.

    Eine Kämmererin, die im Kommunalrecht fünf deutscher Länder neben dem Bürgermeister oder Landrat für die Kommunalfinanzen verantwortlich ist, ist nach dem Urteil des Oberlandesgerichtes als Politikerin zu sehen.

    Das Gericht kommt im Gegensatz zur Vorinstanz deshalb zu dem Schluss, dass die Bildberichterstattung in der Tageszeitung über die Stadtratssitzung als Ereignis der Zeitgeschichte zulässig war (OLG Dresden, Urteil vom 02.06.2020 – 4 U 51/20). Es hob mit seinem Urteil die Entscheidung des Landgerichts Leipzig auf.

    Eine… [weiterlesen]