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  • Zur Auszeichnung einer „vorbildlichen Anwendung der Photographie in der Publizistik“ stiftete die Deutsche Gesellschaft für Photographie vor 50 Jahren den Dr. Erich Salomon-Preis. 1971 trat diese Auszeichnung neben den schon bestehenden DGPh-Kulturpreis, um speziell journalistische Institutionen, Zeitschriften, Magazine und Fernsehschaffende für deren Arbeit zu ehren. Gewidmet ist der Preis dem Fotografen Dr. Erich Salomon, der – als wohl bedeutendster Chronist des politischen Lebens in der Weimarer Republik – mit seinem Werk den modernen Bildjournalismus maßgeblich geprägt hat.

    Salomon, 1886 in Berlin in eine großbürgerliche jüdische Familie geboren, war ursprünglich Jurist. Ab 1927 begann er zu fotografieren. Bekannt wurde er durch die Verwendung der handlichen Ermanox mit einem äußerst lichtstarken Objektiv (1:2).

    Diese erlaubte ihm das annähernd unbemerkte Fotografieren in Innenräumen zum Beispiel von Politikern. Mit sicherem Auftreten und einer Portion Gewitztheit gelang es… [weiterlesen]

  • Zum 60. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August hat das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz eine Fülle von Bilder in einem Themenportal zusammengestellt. Die 24 Portfolios zeigen den Bau der Berliner Mauer und ihre Folgen für die geteilte Stadt aus der Sicht von Fotografen aus Ost und West.

    Zum Themenportal bpk-bildagentur.de/?10918075847729408190 . Mein persönlicher Favorit ist das Portfolio "DDR-Propaganda mit Solidaritätsaktionen".



    Bild: Horst E. Schulze, West-Berliner winken in der Bernauer Straße über die Mauer nach Ost-Berlin, 26.08.1961 [weiterlesen]


  • "Vor Start der Olympischen Spiele in Tokyo", so Thorun-Christine Matthies von ullstein bild, "haben wir die besten Bilder u.a. des neu digitalisierten DDR Sportarchivs zu den Olympischen Spielen von 1964 bei ullsteinbild.de in einer kleinen feinen Bildauswahl bereitgestellt."

    Für die Historiker unter uns: Wer steht hinter dem erwähnten DDR Sportarchiv? Der… [weiterlesen]

  • Der US-amerikanische Fotograf Matt Black hat in seinen Arbeiten immer wieder den Zusammenhang zwischen Migration, Armut, Landwirtschaft und der Umwelt in seiner Heimat Kalifornien und in Süd-Mexiko dokumentiert. Für sein Projekt American Geography reiste er über 100.000 Meilen durch 46 US-Bundestaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Louisiana, Tennessee und New York. Auf diesen Road Trips besuchte Black jene Gemeinden, deren Armutsquote über 20 Prozent liegt, konzentrierte sich auf die am stärksten benachteiligten Orte der USA und ihre Bewohner. Matt Black fotografierte dazu in den Wüsten im Südwesten über den Black Belt im Südosten bis hin zu den postindustriellen, ehemaligen Fabrikstädten im Mittleren Westen und Nordosten.

    Seine Arbeit, die zunächst den Titel „The Geography of Poverty“ trug, entstand vor dem Hintergrund einer sich vertiefenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Spaltung in den USA. Seine Schilderung der Ungleichheit entwickelte sich von einem Randthema… [weiterlesen]
  • Manchmal wird auch etwas besser - und auch Behörden haben ein Einsehen! Etwa: die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Die Stiftung hatte das Fotografien und Filmen auf denen von ihr verwalteten Geländen mit so harten Einschränkungen versehen, dass die spätere Nutzung der Bilder - sei es für Bildagenturen, sei es für Bildportale - nahezu unmöglich war. Es handelt sich hierbei um rund 300 Schlösser und Parks, die teilweise sogar auf der Liste der Unesco-Weltkulturerbe stehen.

    Nun aber kam es zu einer Einigung: Der Stiftungsrat hat nach Jahren eine neue Richtlinie über Foto-, Film- und Fernsehaufnahmen vom Äußeren und Inneren ihrer Gebäude sowie sonstiger Kunstschätze und ihrer Gartenanlagen verabschiedet. Unter der neuen Direktive gestattet die SPSG grundsätzlich das Fotografieren und Filmen auf ihrem Stiftungsgelände.

    „Treiber der positiven Entwicklung war unter anderem ein konstruktiver Dialog zwischen SPSG und BVPA“, so der… [weiterlesen]


  • Ende Juli ist die Abstimmung: Die Stätten mittelalterlichen jüdischen Lebens in Speyer, Worms und Mainz könnten sehr wahrscheinlich bald schon Unesco-Weltkulturerbe werden. Man sollte also vorbereitet sein.

    Harald Oppitz hat sich für KNA-bild deshalb auf Spurensuche in den drei rheinischen Städten aufgemacht, dort jahrhundertealte Grabsteine, Mauern und Gebäude dokumentiert.


    Bild: Harald Oppitz, Treppenabgang zum Vorraum des Tauchbeckens im Ritualbad, Mikwe, im Museum SchPIRA in Speyer am 1. Juni 2021 [weiterlesen]

  • Mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) in diesem Jahr den deutschen Fotografen Hans-Jürgen Burkard aus. Damit würdigt die Gesellschaft "einen herausragenden und mutigen Bildjournalisten und seine eindrucksvolle Arbeit als Magazin- und Reportagephotograph aus rund fünf Jahrzehnten".

    Hans-Jürgen Burkard, 1952 in Lahnstein geboren, studierte von 1975 bis 1981 Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Photographie an der Fachhochschule Dortmund und realisierte bereits während des Studiums Reportagen für GEO und Stern. Rund 10 Jahre lang – bis 1989 – arbeitete er ausschließlich für GEO, wechselte dann als „Fester Freier“ zum Stern und wurde einer der ersten akkreditierten westlichen Fotografen in der ehemaligen Sowjetunion.

    Seine Bildreportagen aus dieser Zeit - wie z. B. „Die Mafia“, die „Rote Armee“, „Stalins lange Schatten“, „In Sibirien“ „Moloch Moskau“ und viele andere - gaben bis dahin nie gesehene… [weiterlesen]
  • Die 12. Ausgabe des Carmignac-Fotojournalismuspreises ist Venezuela und seinen Nöten auf individueller, sozialer und ökologischer Ebene gewidmet.

    Ausgewählt von einer internationalen Jury, erhält der Preisträger ein Stipendium in Höhe von 50.000 €, um mit Unterstützung der Fondation Carmignac eine 6-monatige Reportage vor Ort aufzunehmen, die nach ihrer Rückkehr eine Wanderausstellung und die Veröffentlichung einer Monografie nach sich zieht.

    Das lateinamerikanische Land Venezuela könnte eines der reichsten Länder der Erde sein: Es verfügt über die größten Ölreserven der Welt - noch vor Saudi-Arabien - und über riesige Bodenschätze (darunter Gold, Eisen-Erz und Coltan).

    Zwanzig Jahre nach der bolivarischen Revolution - angeführt von Hugo Chávez und seinen sozialistischen Reformen - kämpft das Land darum, sich aus einer tiefen Wirtschaftskrise zu befreien, die durch den abstürzenden Ölpreis, endemische Korruption und Hyperinflation (3000% im Jahr 2020) gekennzeichnet ist. In… [weiterlesen]


  • Fjorde und Deltas, steile Klippen und endlose Strände, tobende Brandung und verträumte Gezeitentümpel – Theo Bosboom zeigt in seiner Ausstellung "Shaped By The Sea" die Vielfalt der europäischen Atlantikküsten, vom Süden Spaniens bis in den äußersten Norden Norwegens. Fernab von Dokumentation versteht der vielfach preisgekrönte niederländische Fotograf, den Zauber der Kampfzone zwischen Land und Meer in kompositorischer Vollendung einzufangen. Atemberaubende Großlandschaften, stimmungsvolle Lichtsituationen und bezaubernde Details wechseln sich ab und machen diese Ausstellung zu einer Hommage an die Küsten und an das Meer.

    Theo Bosboom (geboren 1969) arbeitet als professioneller Naturfotograf mit Schwerpunkt auf der Landschafts- und Makrofotografie. 2013 hat er seine Karriere als Rechtsanwalt aufgegeben, um seinen langgehegten Traum zu verwirklichen und fortan hauptberuflich als Fotograf zu arbeiten.

    Die Schau ist in der Städtischen Galerie Iserlohn (Theodor-Heuss-Ring 24, 58636… [weiterlesen]
  • 2020 war das Festival um ein Jahr verschoben worden. Nun aber sieht sich die Gesellschaft für Naturfotografie GTD auch in diesem Jahr zur pandemiebedingten Absage ihres Internationalen Naturfotofestivals gezwungen.

    Die Gesellschaft erklärt: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen alle Zeichen auf „Öffnen“ und „Normalität“ zu stehen. Die Warnungen der Fachleute vor zu viel Öffnung sind jedoch deutlich, und die Delta-Variante breitet sich aus. Nach wie vor kann der Vortragssaal nur zu einem Drittel gefüllt werden und Lockerungen kann niemand versprechen.

    Wirtschaftlich wäre ein Festival vor derart reduziertem Publikum mit enormen Verlusten verbunden. Für den Fotomarkt könnte möglicherweise ein Hygienekonzept mit Kontrollen, begrenztem Einlass und einem Leitsystem helfen. Aber was wäre ein Fotomarkt ohne die Vorträge internationaler Fotografen, ohne das Gedränge an den Ständen, die tolle Festivalatmosphäre? Und was bliebe am Ende ohne die vielen naturbegeisterten Menschen von… [weiterlesen]