Artikel aus der Kategorie „Featured News“ 1.219


  • "Ich bin eben dazu gekommen, dass ich eine Kamera kriegen konnte, eine Leica, und ich wollte eigentlich … aber warum soll ich das eigentlich alles erzählen? Ich bin Fotografin, Punkt.“ So selbstbewusst sprach Leonore Mau in einem Interview mit Ingo Niermann im Jahr 2005.

    Die bpk-Bildagentur und die S. Fischer-Stiftung haben in Kooperation eine Plattform geschaffen, die einem breiten Publikum einen Einstieg in das umfangreiche fotografische Werk Leonore Maus (1916-2013) ermöglicht. Zugleich bietet sie ein Recherchetool für wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit ihren Arbeiten.

    Auf der Webseite werden Themenschwerpunkte ihrer Arbeit beleuchtet, ihre zahlreichen Reisen durch Afrika, Amerika und Europa mit dem Schriftsteller Hubert Fichte visualisiert und die Rezeptionsgeschichte ihrer Arbeit von ethnologischer Dokumentation bis Kunstfotografie untersucht. [weiterlesen]

  • In ihrem Langzeitprojekt "The Atlantic Cowboy" führt uns die norwegische Fotografin Andrea Gjestvang auf die Färöer, an einen unvertrauten Ort, der mit einem besonderen Problem zu kämpfen hat. Die Inseln mit ihren knapp 50.000 Einwohnern erleben seit den 1990er Jahren ein Missverhältnis in der Geschlechterverteilung. Die Frauen zieht es zum Studium ins Ausland, die Männer fahren daheim zur See. Leben auf den Färöern bedeutet: viele Jobs in der Fischerei, wenige andere Berufsfelder.

    Der Fischfang bestimmt nicht nur das wirtschaftliche, sondern auch das gesellschaftliche Leben, aus dem sich die Frauen aber zunehmend herauslösen und emanzipieren. Und: Nur wenige Frauen, die einst gegangen sind, kehren auf die abgelegene nordatlandische Inselgruppe zurück.

    Von 2014 bis 2019 war Andrea Gjestvang für längere Aufenthalte auf den Inseln. Ihre Bilder untersuchen, welche Auswirkungen der Männerüberschusses auf die kleinen Gemeinden hat. Dabei stellt sie Fragen nach Tradition, obsoleten… [weiterlesen]

  • Die Fotografen Ninja-N. Kage und Oliver Kage zeigen ab dem 10. Juli 22 bis zum 23.September.22 im Wattenmeer-Besucherzentrum in Cuxhaven ihre erste gemeinsame Ausstellung. "Blue Sky Thinking" zeigt abstrakter Strukturmuster und Himmelsformationen am Wattenmeer-Horizont, im Sonnenuntergang des Moores und den eingefangenen Lichtspielen des Nordens.

    "Unsere fotografischen Werke bilden einerseits die Wirklichkeit ab, sie zielen jedoch ebenso auf die Wahrnehmung und Vorstellungskraft der Betrachter. Die Ausstellung möchte hierbei einen offenen Raum für individuelles und vielfältiges Denken bieten - unentfremdet, unverstellt und unvorhersehbar", so die beiden Fotografen.


    UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Cuxhaven, Nordheimstraße 200, 27476 Cuxhaven, wattbz.cuxhaven.de [weiterlesen]



  • In Frankfurt / Main existiert seit mehr als 40 Jahren ein Forschungsarchiv, das sich mit Frauen im historischen Musik-Business, Damenkapellen, Solistinnen ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert beschäftigt. Warum ich das erzähle? In Zusammenarbeit mit der Deutschen Digitalen Bibliothek wurden weitere Teile des Bestandes des Archivs Frau und Musik digitalisiert und stehen nun über die Deutsche Digitale Bibliothek frei zur Verfügung.

    In dieser Sammlung zu stöbern macht einfach Spaß! Musikerinnen, Komponistinnen, Programmhefte, Noten, Postkarten...


    Bild: Original Dornfels-Ensemble (um 1900), Archiv Frau & Musik (CC BY-SA 4.0 International) [weiterlesen]


  • Die Bachelorabsolventen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover begeben sich in diesem Sommersemester auf Spurensuche und finden Wege, die Spuren ihrer Suche im fotografischen Medium sichtbar zu machen. Ausgestellt werden die Arbeiten dann vom 23. Juni bis 03. Juli 2022 im GAF Hannover.

    Wenn wir es mit Fotografie zu tun haben, sehen wir zumeist ja nur die Bilder. Hier allerdings erfährt man ein wenig mehr, findet zumindest von der Grundidee her erläutert, was sich die Fotografen bei ihrer "Suche", vorgenommen haben, welche Leitidee ihr Projekt inspinierte. Gönnen wir ihnen ein wenig Platz!


    In vielen Arbeiten wird ein Verschwimmen der Grenze zwischen Fiktion und Realität spürbar. So nimmt etwa das Gemeinschaftsprojekt ‚Das perfekte Verbrechen: Zur Ermordung der Realität‘ von Jan A. Staiger und Malte Uchtmann die Allgegenwärtigkeit des fiktiven Mordes im deutschen Krimi zum Ausgangspunkt, um zu untersuchen, inwiefern vermeintliches Wissen… [weiterlesen]

  • Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es möglich, ferne und exotische Länder zu bereisen und Fotografien der Expeditionen mit nach hause zu bringen. Es war zwar kein leichtes Unterfangen, denn die eine Wagenladung füllende Foto- und Entwicklungstechnik für diese "Expeditionsfotografie" erforderten einen enormen logistischen Aufwand.

    APA Picturedesk widmet Wilhelm Burger (1844-1920) eine seiner Archiv-Geschichten und stellt ein ein umfangreiches Portfolio der Arbeiten des österreichischen Expeditionsfotografen zusammen.

    Als Neffe des Mathematikers und Physikers Andreas von Ettingshausen, der bereits 1839 in Paris bei der offiziellen Präsentation des neuen Mediums dabei war, wurde Burger früh in Malerei und bald auch in Fotografie unterwiesen und eignete sich nach Experimenten mit verschiedenen fotografischen Techniken ein umfassendes Wissen an.

    In den Jahren 1866 und 1867 bereiste Burger das Salzkammergut und dokumentierte die Bebauung der Wiener Ringstraße.

    Danach ging es erst… [weiterlesen]

  • Die Leica 0-Serie Nr. 105 wurde für 14,4 Mio. Euro (inklusive Premium) versteigert. Sie brach damit den Weltrekord für die teuerste Kamera aller Zeiten.

    Die serielle Fertigung der Leitz Camera, kurz Leica, der ersten erfolgreichen Kleinbildkamera der Welt, gilt als Meilenstein der modernen Fotografie. Bevor die ersten Kameras Mitte der 1920er erhältlich waren, produzierte Leitz in den Jahren 1923 und 1924 die 0-Serie, eine Charge von vermutlich 23 Prototypen. Eine dieser seltenen Kameras – die 0-Serie Nr. 105 – wurde nun im Rahmen der 40. Leitz Photographica versteigert.

    Die Nr. 105 gehörte gehörte keinem Geringeren als Oskar Barnack, der kurz vor dem Ersten Weltkrieg die „Liliput-Kamera“, den Prototyp der Leica und somit der Kleinbildkamera per se, konstruiert hatte. Barnack hielt mit der 0-Serie Nr. 105 zahlreiche Motive aus seinem Familienleben fest. Die Erfahrungen, die er dabei sammelte, ließ er in die weitere Entwicklung der Kamera und ihrer Folgemodelle fließen. Auf… [weiterlesen]

  • In den frühen neunziger Jahren lebt und studiert der deutsche Fotograf Peter Bialobrzeski eine Zeitlang in England und findet dort eine gesellschaftliche Wirklichkeit vor, die ihm als Deutschen sehr fremd vorkommt und der er sich mit fotografischen Mitteln nähert. Die Bilder, die entstehen, zeigen den unvoreingenommen, aber beeindruckend scharfsinnigen Blick des Außenstehenden auf ein Land, das schwer angezählt scheint.

    Thatcher ist nach langer Regierungszeit abgetreten, das Land von Arbeitslosigkeit und Inflation gezeichnet. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Premierministerin hat die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinanderklaffen lassen und die starren Unterschiede der Klassengesellschaft deutlich hervorgehoben.

    Genau diesen Nachwirkungen geht Bialobrzeski nach und bewegt sich dabei in parallelen Welten. Die eine präsentiert Wohlstandsbürger, eine Welt der Cocktailkleider, der Pferderennen und der exklusiven Partys. Die andere Welt hat nichts zu feiern. Den… [weiterlesen]


  • Das Thema Flucht und Vertreibung gewinnt durch den Krieg in der Ukraine aktuell ja wieder eine neue, zusätzliche Dynamik. Historisch interessant sind deshalb auch Dokumente früherer Fluchtbewegungen im 20. Jahrhundert. APA Picure Desk aus Wien hat - kuratiert von Dr. Gerald Piffl - eine Zusammenstellung zeithistorischer Bilder aus ihren Beständen zusammen getragen, die die Situation früherer Migarationsbewegungen, vor allem aus den Ländern Osteuropas, illustriert.

    "Speziell in Osteuropa liegt eine Kette an Krisen und Konflikten vor, die Menschen immer wieder nach Österreich flüchten ließ", so Piffl. "Über das Land verteilt wurden sie in Flüchtlingslagern betreut, fassten hier Fuß oder reisten nach einiger Zeit in andere Länder weiter. Eine Rückkehr in ihre Heimatländer war in den seltensten Fällen möglich.

    Die erste große Fluchtbewegung wurde bereits im Ersten Weltkrieg ausgelöst, als Juden etwa aus Galizien flüchten mussten. (...) Auch vertriebene Deutsche aus der… [weiterlesen]