Artikel aus der Kategorie „News“ 949



  • Vom 22. Juli bis zum 23. August zeigt die GAF in Hannover Porträtfotografien japanischer Opfer des radioaktiven Regens nach dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945.

    Die noch lebenden Opfer des verseuchten „Schwarzen Regens“ werden bis heute nicht als Opfer der Bombe anerkannt. Aus Angst vor Diskriminierung verheimlichen viele, dass ihre Gesundheit durch die radioaktiven Niederschläge zerstört wurde, dass sie Überlebende „kuroi ame hibakusha“ sind.

    Thomas Damm, der neben Fotojournalismus an der Hochschule Hannover auch Politik, Philosophie und Soziologie in Gießen studiert hat, erhielt für „Black Rain Hibakusha“ innerhalb eines Auslandssemesters an der Hiroshima City University den Hiroshima City Student Award. Er gibt mit seinen eindrucksvollen Porträts den von der Welt vergessenen Opfern des radioaktiven Schwarzen Regens ein Gesicht.

    Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Ausstellung in der GAF bilden eine Kunstausstellung in der Weißen Halle, ein… [weiterlesen]
  • Bei einer Auseinandersetzung am Rande des Chemnitzer Stadtfestes im August 2018 wurde ein Mann tödlich und zwei weitere schwer verletzt. Bei den von Rechten und rechtsextremen Gruppen aufgerufenen Demonstrationen - aufgrund des Migrationshintergrundes der mutmaßlichen Täter - kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

    Auch die Klägerin hatte an einer der Demonstrationen teilgenommen und ihre Teilnahme mit einem Video dokumentiert, in dem sie gut erkennbar in die Kamera spricht. Das Video hatte sie selbst im Internet veröffentlicht.

    Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hatte im Dezember 2018 dazu aufgerufen, Teilnehmer bei den Ausschreitungen in Chemnitz über eine Bilddatenbank zu identifizieren und bei ihren Arbeitgebern zu melden.

    Es wurden Porträt-Bilder veröffentlicht, darunter auch das Bild der Klägerin, entnommen aus dem von ihr im Internet veröffentlichten Video. Unter dem Bild konnte abgestimmt werden, wie „rechts“ die Abgebildete sei. Mittlerweile schaltete das… [weiterlesen]
  • Eine regionale Tageszeitung berichtete über eine Stadtratssitzung in einer sächsischen Gemeinde. Auf den illustrierenden Fotos war die Kämmererin zu sehen. Sie klagte vor dem Landgericht Leipzig auf Unterlassung und bekam dort Recht. Sie habe der Bildveröffentlichung nicht zugestimmt und es liege auch kein Ereignis der Zeitgeschichte vor.

    Die Zeitungsverlegerin legte vor dem Oberlandesgericht Dresden Berufung ein, das in der Sache ganz anders urteilte.

    Eine Kämmererin, die im Kommunalrecht fünf deutscher Länder neben dem Bürgermeister oder Landrat für die Kommunalfinanzen verantwortlich ist, ist nach dem Urteil des Oberlandesgerichtes als Politikerin zu sehen.

    Das Gericht kommt im Gegensatz zur Vorinstanz deshalb zu dem Schluss, dass die Bildberichterstattung in der Tageszeitung über die Stadtratssitzung als Ereignis der Zeitgeschichte zulässig war (OLG Dresden, Urteil vom 02.06.2020 – 4 U 51/20). Es hob mit seinem Urteil die Entscheidung des Landgerichts Leipzig auf.

    Eine… [weiterlesen]


  • Bild: Sanna Kannisto, Corduelis spinus, 2015, Pigment Druck, 65 x 92 cm, Courtesy Persons Projects, Berlin

    Mit den unterstellten Geschichten beim Bilderschauen spielen die Fotografien der Ausstellung, die das Museum für Photographie in Braunschweig noch bis zum 27. September zeigt.

    Vorgestellt werden die bildnerischen Konzepte von Daniela Comani, Kata Geibl und Sauna Kannisto.

    Im fortlaufenden Fotoprojekt „Eine glückliche Ehe“ inszeniert sich die italienische Künstlerin Daniela Comani in gestellten Alltagsszenen gleichzeitig selbst als Mann und Frau. Die Geschichten hinter den Szenen entstehen im Kopf des Bildbetrachters – warum schaut die Frau mit dem Einkaufswagen wohl so sichtlich genervt in der Weinabteilung des Supermarktes, während der Mann versunken ein Etikett studiert?

    In ihrer mehrteiligen Werkgruppe „Sisiphus“ (2018) setzt sich die ungarische Künstlerin Kata Geibl in poetisch-illusionistischen Bildern mit ihrem schwankenden Vertrauen in die rationale Wissenschaft… [weiterlesen]
  • Ein Fotograf, der ein Bild an eine Redaktion weitergibt, trägt die nicht die Verantwortung dafür, dass durch eine Bildveröffentlichung keine Rechte verletzt werden – die presserechtliche Verantwortung trägt die Redaktion.

    Die Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts gab der Verfassungsbeschwerde eines Fotografen statt, der 2014 das Bild eines dunkelhäutigen Patienten im Wartebereich des Universitätsklinikums Aachen unverpixelt an die Redaktion der Bild-Zeitung weitergegeben hatte (Beschluss vom 23. Juni 2020 – 1 BvR 1716/17).

    Zur Illustration eines Artikels, in dem die unzureichenden Sicherheitsbedingungen des Klinikums in Ebola-Verdachtsfällen dokumentiert werden sollten, wurde das Bild unverpixelt publiziert.

    Schon unmittelbar nach der Aufnahme des Bildes in der Klinik war der Fotograf von dem Patienten, der behandelnden Ärztin und der herbeigerufenen Polizei zur Löschung des Bildes aufgefordert worden. Die Ärztin erklärte dem Fotografen, dass der Ebola-Verdacht… [weiterlesen]
  • Bild: Astrid Klein: Ohne Titel (daß vollkommene Liebe…)1979/ Fotoarbeit, 149 x 125 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München/ Foto: Sprüth Magers © Astrid Klein

    Vom 21. Juli 2020 bis zum 17. Januar 2021 zeigt die Pinakothek der Moderne in München eine Ausstellung mit Fotoarbeiten und Collagen der Fotokünstlerin Astrid Klein. Schon der Titel der Werkschau irritiert: „Dass vollkommene Liebe die Angst austreibe“.

    Die übergriffige, erzieherische Assoziation: „Pass bloß auf! Das werde ich dir noch austreiben!“ bestätigt sich in der zentralen Fotocollage der Ausstellung, auf der der Schriftzug „dass vollkommene Liebe die Angst austreibe“ über dem Knie einer von hinten eng umklammerten Frau installiert wurde.

    Ein Bild „vollkommener Liebe“ ist das sicher nicht, eher ein beklemmend besitzergreifender Zugriff. Auf einer anderen Collage drückt ein Mann einer Frau hinterrücks den Kopf in den Nacken – unter dem Text „Eine Frau muss geliebt werden - und sie muß wissen, daß… [weiterlesen]



  • Mal schnell eine gute Nachricht: Die Photobastei - Haus der Fotografie in Zürich konnte dem Aus entkommen. Chef Romano Zerbini schreibt: "Anfang dieses Jahres sah sich die Photobastei aus finanziellen Gründen gezwungen, die Schliessung auf Ende Juni zu kommunizieren. Die Ankündigung entfesselte eine grosse und unerwartete Dynamik, die zu neuen Ideen führte. Diese Dynamik und ein erfolgreiches Crowdfunding erlauben nun, die Photobastei mit einem neuen Konzept, neuen Köpfen und einer Kooperation mit der Stiftung JETZT KUNST weiterzuführen.

    Die Wiedereröffnung am Sihlquai findet am 3. September ab 18 Uhr statt." [weiterlesen]
  • Es ist ja nicht ganz neu: Im Internet werden massenhaft Fotos einfach verwendet – ohne Genehmigung und ohne dafür zu bezahlen. Gestohlene Fotos zu finden und das fällige Honorar einzutreiben, ist für die Rechteinhaber mühsam und zeitaufwendig. Das übernimmt der neu eingerichtete Service picturemaxx RightsControl.

    In Kooperation mit dem spezialisierten Dienstleister Image Professionals werden illegal genutzte Fotos aufgespürt und entgangene Erlöse monetarisiert. Die Urheber können nachträglich rechtmäßig vergütet werden.

    Das Handling ist für picturemaxx-Kunden einfach, denn Fotos, die picturemaxx AGENCY oder CORPORATE mit der BACKSTAGE-Datenbank nutzen, müssen für die Suche nach illegalen Duplikaten im Netz nicht erneut hochgeladen werden. Nach Klärung der individuellen Voraussetzungen kann der Service gebucht werden und schon wird geprüft. Zusätzlich beurteilen die Experten, welcher illegalen kommerziellen Nutzung erfolgreich nachgegangen werden kann.

    Wie geht es dann weiter? Nach… [weiterlesen]
  • Wie viele andere kulturelle Veranstaltungen musste auch das Lumix Festival coronabedingt sein Konzept ändern. So wurde innerhalb von weniger als drei Monaten eine rein digitale Alternative aus dem Boden gestampft: Was das Team um die Festivalleitung Lars Bauernschmitt und Karen Fromm unter dem Motto „10 Tage – 10 Themen“ auf der Website des Festivals lumix-festival.de/ und in den sozialen Medien präsentierte, kann als Erfolg gewertet werden. Dem Team aus Lehrenden und Studierenden des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover ist es gelungen, mit digitalen Ausstellungen, Live-Vorträgen, Portfoliosichtungen und den Präsentationen der unterstützenden Firmen sein Publikum zu erreichen. Die Zahlen sprechen für sich: Bis zum letzten Festivaltag am Sonntag, den 28. Juni besuchten 14.800 Nutzer die Website, rund 100.000 Seitenaufrufe wurden gezählt.

    Das Festival war damit nicht „leider nur digital“, sondern überzeugte mit einem Konzept, das sein… [weiterlesen]
  • Zur Erweiterung unserer Meldung zur Entscheidungssituation des geplanten Bundesinstitutes für Fotografie sei auf einen umfassenden Artikel von Thomas Gerwers verwiesen. Der Chefredakteur der Zeitschrift ProfiFoto unternimmt den Versuch, detailliert den aktuellen Stand der Debatte zusammen zu fassen.

    Hier sein Artikel, man muss aber ein wenig Lesezeit mitbringen. [weiterlesen]