Artikel aus der Kategorie „Bildrecht“ 79


  • Die von einem Museumsfotografen des Reiss-Engelhorn-Museums in Mannheim angefertigten Bilder genießen einen eigenständigen Schutz als Lichtbilder und dürfen von Wikimedia nicht publiziert werden. So hat das OLG Stuttgart am 31. Mai 2017 entschieden (Az. 4 U 204/16).Ebenso nicht erlaubt sind Aufnahmen, die trotz des Fotografierverbotes des Museum entstanden sind.
    Geklagt hatte das Museum, weil mit den Bildern ihrer Ansicht nach geschmacklose Souvenirs bedruckt worden waren.
    Das gilt mit dem Gerichtsurteil, obwohl die fotografierten Kunstwerke seit einigen Jahren gemeinfrei waren. „Wenn man die Überlegungen des Beklagten zu Ende führe, müsste man sämtlichen Fotografien von gemeinfreien Gegenständen den Urheberschutz absprechen.“
    Für die Bilder des Fotografen, die in einem Fotoband abgedruckt worden waren hält der Museumsfotograf das Urheberrecht.
    Das Fotografierverbot des Museums falle unter das Eigentums- uns Hausrecht.
    Der Verein Wikimedia hat vor dem BGH Revision eingelegt. Ihrer… [weiterlesen]

  • Rechtsanwältin Bettina Trojahn informiert im Rahmen der nächsten PICTAnight des Bundesverbandes professioneller Bildanbieter im Kölner Café und Restaurant Riphan in Köln über Rechtsfragen, über die man beim viralen Marketing in sozialen Netzwerken stolpern kann.
    Neben dem Weiterbildungsvortrag wird ein Fingerfood-Buffet und ein Begrüßungsgetränk geboten. Wer den Kurzvortrag hören möchte, der möge sich unter info@bvpa.org anmelden, die Pätze sind begrenzt. (Barbara Hartmann)

    Eintritt zur PICTAnight für BVPA-Mitglieder 45,00 Euro, für Nicht-Mitglieder 59,00 Euro zzgl. MwSt. [weiterlesen]


  • Es ist Reisezeit. Und zum Reisen gehört es, jede Menge Fotos zu machen. Vom Erlebten und Gesehenen. Für eigene Erinnerungen, zum Illustrieren von Erzählungen und natürlich auch, um Bilder im Netz hochzuladen und um sie kommerziell zu nutzen. Vor allem hierfür sind viele Reisende auf der Suche nach dem perfekten Reise- oder Urlaubsbild.

    Aber Vorsicht - andere Länder, andere Sitten. Schnell kann es nach dem Urlaub für die reisenden Fotografen, bei unerlaubter Nutzung der Fotos, zu Ärger kommen. Copytrack hat 5 wichtige Tipps zusammengetragen, worauf beim Fotografieren unterwegs zu achten ist.


    1. Tipp „Nur bedingt: Fotos von Personen“

    Egal ob man Fotos von Personen am Strand von Italien, vor Sehenswürdigkeiten in Japan oder Märkten von Ureinwohnern in Südamerika knipst - laut Kunsturhebergesetz hat jeder das Recht, darüber zu bestimmen, ob er selbst abgelichtet wird und ob das Foto veröffentlicht werden darf. In Europa sind alle Menschen zudem durch die Europäischen… [weiterlesen]
  • Die Bunte musste eine Richtigstellung zu Ihren Bericht über eine Begegnung des Sängers Herbert Grönemeyer mit Fotografen am Flughafen Köln/Bonn publizieren. Tatsächlich hatte er einen Fotografen am Nacken fest gehalten als er stand und der sich sodann zu Boden fallen ließ. Berichtet worden war, im Dezember 2014, Grönemeyer hätte einem Fotografen eine Reisetasche an den Kopf geschleudert und den zu Boden, gegangenen Mann mit den Händen gepackt. Dieser Bericht wurde untersagt, die Zahlung von 3.11.85 Euro wurde verhängt (Az. 28 O 225/15).

    Dem Heinrich Bauer Verlag und dem Axel Springer Verlag, die ebenfalls über die Begegnung berichtet hatten und dabei auch Fotos gezeigt hatten, wurde die Veröffentlichung der Bildnisse der Fotografen untersagt.

    Der Heinrich Bauer Verlag darf nicht verbreiten, der Sänger habe einem der Fotografen den Finger umgebogen, auf dessen Kamera eingeschlagen oder mit einer Laptop-Tasche, in der sich ein Computer befunden habe, zugeschlagen. Untersagt wurde… [weiterlesen]
  • Da ein Zeuge fand, dass ein Räuber, der eine Frau in Buxtehude auf der Straße überfallen hatte, dem Rapper Bushido sehr ähnlich gesehen hätte, nahm die Polizei der Stadt Stade kurzerhand ein Portraitfoto des Sängers als Vorlage und ließ danach ein Phantombild für die Fahndung zeichnen. Die Zeichnung ähnelt demPortraitfoto sehr, lediglich eine rote Kappe hat der Zeichner hinzugefügt und den Bart leicht verlängert.

    Das LKA Niedersachsen gab nach Spekulationen und Kritik in den sozialen Medien zu, dass das Foto als Vorlage gedient hatte.
    Zunächst war Bushido amüsiert, zeigte das Bild auf seiner Instagram-Seite und textete dazu ironisch: „Danke an die Polizei in Buxtehude für den Style Tipp! Werde mit wahrscheinlich ein rotes Cap demnächst zulegen!“ Dann erstattete er aber Strafanzeige wegen Verleumdung und Verfolgung Unschuldiger gegen Unbekannt.

    Da mit der detailgetreuen Zeichnung des Portraitfotos ein Bild Bushidos ohne seine Einwilligung veröffentlicht worden ist, wurde damit sein… [weiterlesen]
  • Von einem unbezahlten, ehrenamtlich engagierten Fotografen waren Bilder des Reiss-Engelhorn-Museums angefertigt worden und in die Mediendatenbank des Internet-Lexikons Wikimedia hochgeladen worden. Dagegen hatte die Stadt Mannheimgeklagt, die das Museum betriebt, das in seinen Räumen das Fotografieren untersagt. Das OLG Stuttgart gab der Klägerin Recht (Urteil v. 22.05.2017 4 U 204/16) und bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz LG Stuttgart.

    Es wurden nicht nur Gemälde in den Museumsräumen fotografiert, sondern auch Printfotografien aus dem Museumskatalog gescannt. Der Beklagte interpretierte diese Scans nicht als schutzfähige Lichtbilder im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG, denn es handele sich lediglich um die Abbildung der Gemälde in möglichst identischer Form, durch die das fotografierte Objekt substituiert werden solle. Das sah das Gericht anders. Obwohl die möglichst exakte Fotografie eines Gemäldes zwar auch eine Vervielfältigung der Malerei sei, sei wegen des vom… [weiterlesen]
  • Google soll die nach Ansicht der EU-Kommission rechtswidrige und den Interessen der Fotobranche schädliche Neufassung der Google-Bildersuche mit hochaufgelösten Bildern sowie Teilen- und Download-Funktion umgehend unterlassen. Die Kommission verhängte ein Bußgeld gegen die Internet-Firma.

    Das begrüßen sowohl der Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA) als auch die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju). „Wie bei Google Shopping führt Google mit seiner Anfang Februar eingeführten Bildersuche zu einem zwischengeschalteten eigenen Angebot der Großbildansicht mit Teilen-Funktion, Download-Funktion und Ähnlichkeitsanzeige. Suchende werden so vom Besuch der Original-Webseiten mit Fotos abgehalten und der Bilderdiebstahl erleichtert“, so Mathias Jahn vom BVPA.

    Im März hatten die Interessenverbände mit einem offenen Brief an Google gegen die neue Bildersuche protestiert. Sie habe nach ihren Angaben zu einem Besucherrückgang von bis zu 90 Prozent geführt und… [weiterlesen]
  • Frei von allen beengenden Textilien gehen bei der Kunstaktion „nakedHEART“, die der Fotograf Gerrit Starczewski seit 2010 immer wieder auf Festivals aufzieht, Männer und Frauen vor seiner Kamera in Position und bilden gemeinsam ein großes Herz.

    Beim Appletree Garden Festival 2011 war unter den Teilnehmern der Aktion auch ein damals mit siebzehn Jahren noch minderjähriges junges Mädchen. Als sie sich 2014 auf einem Bild im Katalog zu seiner Amsterdamer Ausstellung „Everything Rock´n´Roll“ erkannte, forderte sie 2.500 Euro Schmerzensgeld.

    Mehrere Standbilder aus einem Film, auf denen sie nackt bis auf ein Paar schwarzer Stiefel zu sehen ist, zeigte Starczewski auf seiner Internetseite und er bot laut Klage auch eine Frontalansicht über ein Merchandising Portal als Bildabzug 50x70 zum Preis von 15 Euro an.

    Die Klägerin argumentierte, ihre als Minderjährige erteilte Zustimmung sei unwirksam. Sie forderte, dass der Fotograf die Bilder nicht weiter in Katalogen, Abzügen oder online… [weiterlesen]
  • Der Oberfähnrich ist mit dem vierjährigen Beförderungsverbot und der zehnprozentigen Soldkürzung, die in einem Disziplinarverfahren gegen ihn verhängt worden war schon ausreichend bestraft – eine Dienstgradherabsetzung soll er dafür, dass er eine Kameradin mit einem in ihrer Stube versteckten Spionagewecker in ihrer Stube filmte nicht erleiden. So entschied das Bundesverwaltungsgericht Leipzig am 16.02.2017 (AZ: 2 WD 14.16).

    Er hatte die junge Frau mit dem unter dem Schreibtisch deponierten Gerät unter anderem auch nackt auf dem Weg in die Dusche gefilmt. Die Soldatin hatte den Wecker entdeckt und die Filmaufnahmen gefunden.

    Verletzt worden war nicht nur das Recht am eigenen Bild, sondern auch das Recht auf Schutz der Intimsphäre.

    Strafmildernd wirkte sich dabei die Persönlichkeitsstörung aus, eine Störung des Sozialverhaltens, die ein Psychologe ihm attestierte und die als Mitursache der Tat gesehen wurde. Er habe inzwischen Reue gezeigt und eine Therapie mit Erfolg… [weiterlesen]


  • Berlin, 17.05.2017 (BVPA) – Am 9. Mai trafen sich Vertreter der Fotobranche mit einer Google-Delegation in der Berliner Niederlassung des Konzerns. Hintergrund ist der durch den BVPA initiierte offene Protestbrief von neun Verbänden, die darin auf die Verletzung von Rechten von Urhebern und Bildrechteinhabern durch die neue Bildersuche hinweisen.

    Anders als bislang erscheint seit Februar 2017 nach dem Anklicken eines Vorschaubildes das Bild in Großformat (Blow-Up) ohne Kontext der Webseite, aber mit vermeintlich ähnlichen Bildern, ohne Urhebervermerk, dafür mit einem „Teilen“-Button für Social Media oder E-Mail.

    Die Verbände-Initiative sieht die Einbindung der Bilder in Großansicht als unzulässige Vervielfältigung und Online-Zugänglichmachung, denn durch die Anzeige in Originalgröße erübrigt sich der Besuch der originalen Webseite. Google werde so selbst zum Content-Anbieter, der ein suchwortgeneriertes Bilderalbum zum Durchblättern bereitstelle. Die … [weiterlesen]