Artikel aus der Kategorie „Bildrecht“ 129

  • Zumeist ist es ja umgekehrt: Stars und solche, die es noch werden wollen, verklagen Paparazzi. Hier nicht. Hier treten die Fotografen an und erheben Klage gegen einen Promi, der angeblich ihre Aufnahmen gestohlen und die Bilder ungerechtfertigt werblich verwendet hätte.

    Beschuldigt wird die amerikanische Rapperin Nick Minaj, der Fotografen vorwerfen, die Sängerin habe gleich mehrere ihrer urheberrechtlich geschützten Bilder auf Social Media gepostet, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen oder gar Lizenzgebühren zu entrichten. Die Fotografen werden von den Agenturen Splash News und Picture Agency vertreten.

    Bei den Motiven handelt es sich um Party-Aufnahmen, die Nick Minaj auf einer Harper's Bazaar Party in New York im Jahr 2017 und auf der New York Fashion Week Party 2018 zeigen.

    Publiziert wurde die Story von der Plattform the blast (theblast.com ) Auch wenn die Höhe der Schadenersatzforderungen der Fotografen bislang nicht festgelegt wurde, könnte es sich um eine interessante… [weiterlesen]
  • Ja, unter bestimmten Umständen darf man zum Gewehr greifen und sein Persönlichkeitsrecht auch mit der Waffe verteidigen. So das Resüme eines Urteils des Amtsgerichtes Riesa (Urteil vom 24.4.2019 – Az.: 9 Cs 926 Js 3044/19).

    Was war passiert? Der Angeklagte hatte mit seinem Luftgewehr eine Kamaradrohne vom Himmel geholt, die sein Privatgrundstück in 10 bis 15 Meter Höhe überflogen hatte. Dabei verfolgte die Drohne die Ehefrau des Angeklagten und erschreckte seine Kinder, die auf dem Grundstück - welches zum Schutz seiner Privatsphäre mit einer rund 3 Meter hohen Hecke eingezäunt ist - spielten.

    Der weitere Verlauf: Der Beklagte signalisierte dem Steuermann der Drohne, er möge sein Fluggerät woanders hin steuern und die Privatsphäre der Familie respektieren. Der Drohenführer reagierte nicht auf die Zeichen. Der Mann holte daraufhin sein Luftgewehr und hielt es drohend in Richtung Drohne. Aber auch das brachte den Besitzer der Drohne nicht dazu, sein Gerät abzudrehen. Also schoß… [weiterlesen]
  • Im Eilverfahren hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass zwei Schüler einer zehnten Klasse einer Integrierten Gesamtschule in Berlin vorläufig vom Unterricht suspendiert werden dürfen. Sie hatten heimlich Lehrer gefilmt und die Videos an einen Mitschüler weitergeleitet. Dieser hatte sie auf Instagram gepostet und teilweise mit sexistischen und beleidigenden Kommentaren versehen.

    Die Schulleiterin habe die Schüler vorläufig für neun Schultage vom Unterricht suspendieren dürfen. Einer der Beiden habe zugegeben, Lehrer gefilmt und Videos und Fotos an den Betreiber des Instagram-Accounts weiter geleitet zu haben. Der andere Schüler hatte es jedenfalls nicht bestritten, daran beteiligt zu sein. Die Schulleiterin habe davon ausgehen dürfen, dass die Schüler zumindest in Kauf genommen hätten, dass die Filme auf mit beleidigenden Kommentaren Instagram veröffentlicht werden würden. Es sei lebensfremd anzunehmen, dass die Schüler nicht gewusst hätten, was der Mitschüler… [weiterlesen]
  • Die Influencerin Pamela Reif muss ihre auf Instagramm platzierte Werbung als solche kennzeichnen. So hat die erste Kammer für Handelssachen des Landgerichts Karlsruhe entschieden (Az. 13 O 38/18 KfH).

    Pamela Reifs Instagram-Posts bestehen aus einem Selbstporträt mit Begleittext. Beim Klick auf ihr Foto erscheinen sogenannte Tags mit den Markennamen von Kleidung oder Accessoires. Wenn man diese Namen anklickt, gelangt man zum Instagram-Account des jeweiligen Herstellers.

    In §5a Abs. 6 UWG verbietet das deutsche Wettbewerbsrecht geschäftliche Handlungen, deren kommerzieller Zweck nicht kenntlich gemacht wird, sofern dieser sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Eine Kennzeichnung als Werbung ist nach Ansicht des Gerichtes nicht entbehrlich, da nicht alle Follower den werblichen Charakter des Auftretens von Influencern… [weiterlesen]

  • Bildrecht ist ja ein ewiges Thema in der Branche. Bildredakteurin Sandra Bessiere hat für Interfoto eine Zusammenfassung geschrieben: "Bildrechte, die neben dem Urheberrecht anfallen können".
    Und so weiter! Mit Künstlerrechten, Miturheberrechten, Eigentumsrechten, den entsprechenden Schutzfristen etc.

    Kann man gut auch als "Auffrischungs-Kursus" lesen: Hier [weiterlesen]
  • Im Dezember 2014 wurde auf einer Internetseite ein Video veröffentlicht, das den Sänger Herbert Grönemeyer in einer Auseinandersetzung mit zwei Reportern auf dem Köln-Bonner Flughafen zeigt. Trotz seiner Äußerungen, Fotoaufnahmen zu unterlassen, waren er und seine Begleitung weiter fotografiert worden. In dem kurzen Film ist nur der wütende Sänger zu sehen.

    Grönemeyer erhob gegen die Betreiberin der Internetseite Klage auf Unterlassung. Das Landgericht Köln gab der Klage statt. Die Berichterstattung sei einseitig erfolgt und vermittle den Eindruck, der Kläger sei anlasslos auf die Reporter losgegangen.

    Die Berufung der Beklagten vor dem Oberlandesgericht war erfolglos. Das OLG Köln bejaht ebenfalls den Unterlassungsanspruch. (Urteil vom 9.3.2017, 15 U 46/16)
    Auch wenn in dem Verhalten des Klägers ein Notwehrexzess und ein zeitgeschichtliches Ereignis zu sehen sei, sei durch die konkrete Form der Veröffentlichung die berechtigten Interessen des Klägers gemäß § 23 Abs. 2 KUG… [weiterlesen]
  • Die Überwachungskamera, die ein Wohnungseigentümer auf seinem Balkon angebracht hatte, muss er wieder abmontieren. Sie war auf den Gemeinschaftsgarten des Hauses gerichtet. Die Nachbarn dürfen auf Gemeinschaftsflächen nicht gefilmt werden. So hat das Amtsgericht München entschieden (Az. 484 C 18186/18 WEG).

    Obwohl die Kamera die Nachbarn nach den Angaben des Beklagten lediglich aus einer Entfernung von drei Metern filmte und den 15 Meter entfernten Garten gar nicht erfasste, urteilte die Richterin, durch das bloße Vorhandensein der Kamera werde in die Rechte der Nachbarn eingegriffen und ein „unzulässiger Überwachungsdruck aufgebaut“.

    Es sei für die Nachbarn nicht erkennbar, ob die Kamera tatsächlich aufnehme oder nicht. Sofern eine Überwachung befürchtet werden müsse, liege bereits ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Gartennutzer vor. Das Sicherheitsinteresse des Beklagten sei zwar nachvollziehbar, nachdem in das Haus mehrmals eingebrochen worden war und dabei zwei… [weiterlesen]
  • Tja, die alte Frage wird wieder hochgekocht: Was ist eigentlich ein Fotograf? Ein Handwerker, ein Künstler oder auch nur jemand, der von seinem Können gerne leben möchte – selbst wenn er kein offizielles Abschlusszeugnis besitzt. Oder gar einen Meisterbrief hat.

    ProfiFoto ahnt Übles! Und startet eine Online-Petition gegen Pläne der Regierung, den bereits 2004 - in meinen Augen: zu Recht - abgeschafften "Meisterzwang" für gewerblich tätige Fotografen zu re-animieren.

    Hier der Hintergrund und der Aufruf zur Petition profifoto.de/szene/notizen/201…427060c&mc_eid=fd59107940 [weiterlesen]
  • Ein sorgeberechtigter Elternteil kann nicht alleine ohne familiengerichtliche Übertragung auf Löschung von Fotos des gemeinsamen Kindes auf Internetseiten klagen. So hat das Oberlandesgericht Oldenburg am 24. Mai 2018 entschieden (13 W 10/18).

    Die Eltern eines sechsjährigen Mädchens sind geschieden, beide Eltern übten bis auf das Aufenthaltsrecht das Sorgerecht gemeinsam aus. Das Kind lebte mit der Mutter auf dem Bauernhof des neuen Partners. Die Mutter hatte Fotos ihres Kindes auf ihrer für den Bauernhof werbenden Webseite veröffentlicht. Der Kindsvater war damit nicht einverstanden und beantragte für eine beabsichtigte Klage auf Löschung der Fotos Prozesskostenhilfe.

    Das Landgericht Oldenburg wies den Antrag des Vaters zurück, der dagegen sofortige Beschwerde einlegte.

    Das Oberlandesgericht bestätigte das Urteil der Landgerichts. Alleine sei der Vater nicht befugt, gegen die Fotoveröffentlichung von Bildern seiner Tochter vorzugehen. Dafür sei entweder gegenseitiges… [weiterlesen]
  • Der Bundesrat fordert Strafen gegen Gaffer, die unerlaubt Unfälle fotografieren Das Justizministerium hat dazu einen entsprechenden Gesetzesentwurf angekündigt, nach dem die Rechte von Toten geschützt werden sollen. Schaulustige, die Verstorbene fotografieren und die Aufnahmen dann weiterverbreiten, sollen künftig härter bestraft werden: Wenn Tote auf Fotos bloßgestellt werden, soll dies künftig mit Geldstrafen oder Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren bestraft werden. Bisher ist das Fotografieren und Weiterverbreiten von Fotos Verstorbener straffrei. Um dies zu ändern soll der Paragraf 201a Strafgesetzbuch entsprechend ausgeweitet werden. [weiterlesen]