Antanas Sutkus erhält den Dr.-Erich-Salomon-Preis 2017


  • Der litauische Fotograf Antanas Sutkus - 1939 in Kluoniškiai, Kaunas geboren - wird mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis 2017 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) ausgezeichnet. "Antanas Sutkus zählt zu den großen humanistischen Photographen Europas", so die DGPh, "und der Welt."

    Bereits in den 1950er Jahren begann Sutkus, die Menschen seines Heimatlandes Litauen zu fotografieren, das damals eine sowjetische Teilrepublik war. Jahrzehntelang arbeitet er an seinem Zyklus, den er "Menschen aus Litauen" nannte. Im kalten Krieg und unter sowjetischer Herrschaft war Antanas Sutkus ́ Unterfangen kühn und weder von Obrigkeit noch Kunstbürokratie gewollt: Sein Bild der Menschen wie der Gesellschaft entsprach so gar nicht dem sowjetischen Ideal sondern zeigte die Widrigkeiten des Lebens oder beobachtete dessen bescheidene Freuden. Mit seinen Arbeiten gelang es ihm, einen einzigartigen photographischen Bericht aus der geografischen Mitte Europas zu senden, die damals vom Westen aus betrachtet, beinahe unerreichbar fern schien.

    Seine Werke wurden in mehr als 200 Einzelausstellungen in der ganzen Welt gezeigt und finden sich in den bedeutendsten Sammlungen. Die Preisverleihung findet am 23. Juni 2017 um 19 Uhr in der Berlinischen Galerie, Berlin statt.

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