Düsseldorf: „The Art of Nature“ von Jürgen Wettke



  • Von Haus aus ist Prof. Dr. Jürgen Wettke Chemischer Pharmazeut. Nach einem Leben in den Führungsetagen der Pharma-Industrie startete er zu einem zweiten Leben als Fotograf. Seine Perspektive ist erhaben, er steigt für seine Fotografie gerne in die Lüfte und zeigt uns so seine spezielle Sicht auf Landschaftsstrukturen der Erdoberfläche.

    Wie schreibt sein Galerist? "Mit seinen Aufnahmen möchte Jürgen Wettke beim Betrachter Emotionen wecken und ein größeres Bewusstsein für die Fragilität der Ökosysteme unseres Planeten schaffen." Nun gut, nun gut: Dieser Topos ist ziemlich verbraucht, acht von zehn Naturfotografen benutzen ihn - oder er wird ihnen zumindest von anderen angedichtet. Naturfotografie scheint unter dem Zwang zu stehen, neben der Fotografie auch noch als "moralische Anstalt" funktionieren zu müssen.

    Was aber zeigt die Fotografie selbst? Das Wattenmeer aus der Vogelperspektive, die Wüstenlandschaft Namibias oder die Eisgiganten Grönlands. Durch die abstrahierende Perspektiven von oben und die Wahl des Bildausschnittes eröffnen sich dem Betrachter abstrakte - nahezu künstlerisch anumtende - Strukturen, deren geografische Herkunft häufig aus dem Bild selbst heraus nicht erkennbar ist. Sie stehen für sich, quasi als fotografisches Relief.

    Interessanter als der moralische Ton scheint mir der ästhetische, die Frage des "Einfangens" von Vergänglichkeit. "Genaugenommen ist jedes Motiv, das ich ablichte, nur eine Momentaufnahme. Ich banne etwas auf den digitalen Sensor, was wenige Minuten oder Tage nicht mehr so zu sehen ist, entweder weil Gezeiten die Strukturen zerstören, Eis schmilzt, Wasser sich neue Wege sucht “, so Jürgen Wettke.

    Zu sehen ist „the art of nature“ vom 07. September bis 09. Oktober 2017 in der Galerie wallstyle.com, Immermannstraße 7, 40210 Düsseldorf

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