Laternenbilder, handkoloriert



  • In der neuesten Ausgabe seiner "Archivgeschichten" beschäftigt sich Dr. Gerald Piffl von APA Picturedesk mit dem Zauber handkolorierter Glasdiapositive, die vor 120 Jahren die einzige Möglichkeit waren, einem größeren Publikum die Welt in Farbe zu zeigen.

    "Um 1900 etablierte sich die Projektion von Glasdiapositiven an Schulen und im Rahmen der Volksbildung. Es sollte einen Kanon an Bildern geben, der in großen Mengen günstig angeboten werden konnte. Namhafte fotografische Firmen hatten eine Vielzahl von Geräten und mehrere tausend sogenannte Laternenbilder im Angebot. Diese waren meist schwarzweiß, oft aber auch koloriert und konnten einzeln oder in Serien bezogen werden. Durch die Projektion mit einem Skioptikon (einer Vorform des Diaprojektors) konnte man viele Bilder einem großen Auditorium vermitteln. Man berichtete aus fernen Ländern und machte neueste Erkenntnisse in Naturwissenschaft und Technik anschaulich.

    Das Fehlen von Farben wurde bereits in den frühen Tagen der Fotografie als Mangel betrachtet und Lichtbilder daher mit Farbpigmenten, Wasser- oder Ölfarben koloriert. Bereits ab den 1860er Jahren wurde eine Reihe von Farbprozessen erfunden, diese waren aber kompliziert, teuer und brachten nur Unikate hervor. Das Kolorieren von schwarz-weißen Diapositiven war daher die einzige Möglichkeit, kostengünstig mehrere Exemplare in gleichbleibender Qualität herzustellen. Die kolorierenden Handwerker kannten die Farben ihrer Zeit und waren bestrebt, diese so wirklichkeitsnah wie möglich zu gestalten. Daher spielt die weitgehende Authentizität heute eine wichtige Rolle und zeigt die Farben einer versunkenen Welt"

    Hier kann man eintauchen

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