Kassel: "Mahia" von Helena Schätzle und Sudharak Olwe



  • Indien ist oftmals ein übler Ort für Frauen, die auf dem Subkontinent besonders häufig Opfer von Gewalt und systematischer Unterdrückung sind. Schon ab der Geburt aufgrund ihres Geschlechtes oftmals unerwünscht, werden - so schätzt man - zwei von drei Frauen später Opfer von Gewalt. Einen gewissen Schutz vor öffentlicher Brutalität bietet die Familie, die aber im gleichen Atemzug auch Ort des Ausgeliefertseins familiärer Gewalt ist.

    Die Ausstellung "Mahila" der Fotografin Helena Schätzle beschäftigt sich mit dem erschütternden Thema. Dreizehn Jahre lebte Schätzle dort, immer wieder mit massiver Unterdrückung von und Gewalt an Frauen konfrontiert. Auf der Suche nach Erklärungen hat sie gemeinsam mit dem indischen Fotografen Sudharak Olwe Frauen porträtiert und ihre Geschichten festgehalten – eine "Femmage an die starken Frauen Indiens", wie die von laif repräsentierte Fotografin schreibt.

    Mahila ist vom 27. April – 17. Juni 2022 in der "Galerie in den Gerichten" in Kassel (Goethestraße 41+ 43, 34119 Kassel) zu sehen.


    Bild: Die Aufnahme zeigt Maya. Sie wurde mit 12 Jahren, ihre Schwester mit 5 Jahren an zwei Brüder verheiratet. Der Mann ihrer Schwester übte massiven Druck auf Maya aus und schlug sie immer wieder bis aufs Blut, um sie dazu zu zwingen, ihre Schwester an ihn zu übergeben. Mayas Schwester wurde jedoch erst mit 13 Jahren in die Ehe gebracht. Kurze Zeit später folterte der Ehemann Mayas Schwester auf brutalste Weise eine komplette Nacht. Anschließend verbrannte er sie. Mayas Schwester starb. Maya gelang es, die Familie ins Gefängnis zu bringen.

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