Stuttgart: Berthold Steinhilber - Deutschland – Eine Reise durch die Zeit


  • Sehen Sie die Delinquenten hängen, die pickenden Raben auf ihren Schultern? Betrachten Sie den Galgen und geben Sie mir Recht: Berthold Steinhilber ist einfach ein Meister der Atmosphäre. Das bewies er bereits in seinen frühen Arbeiten "Ghost towns in the American West". Seitdem zeigt er, dass er ein Könner der großformatigen Landschaftsfotografie ist und diese Qualität gerne auch zur Illustration historischer Themen einsetzt. In Erinnerung sind auch seine Dokumentarbilder über Göbekli Tepe, eine Ausgrabungsstätte im Südosten der Türkei bei Sanliurfa. Es ist die älteste bekannte Kultstätte der Menschheit, deren Steinzeit-Kunst uns Steinhilber mit seiner Lichttechnik plastisch vor Augen führt.

    Für sein neuestes Buch "Deutschland – Eine Reise durch die Zeit" ging er erneut auf eine historische Reise, blieb allerdings im Lande: Gemeinsam mit der Journalistin Sabine Böhne reiste er durch Deutschland, um historisch bedeutsame Orte und Landschaften zu dokumentieren.

    Wo in Deutschland lässt sich Weltgeschichte vor Ort ablesen? Wo können wir sehen, woher wir kommen und was uns geprägt hat? Im Spiegel von Bauwerken und Landschaftsmarken zeigt er ein Kaleidoskop der Mächtigen und der Machtlosen in Deutschlands Geschichte. Die Spurensuche führt mehr als 10.000 Jahre in die Vergangenheit: Von den eiszeitlichen Höhlen auf der Schwäbischen Alb bis an den römischen Limes und weiter zum mittelalterlichen Kloster der Hildegard von Bingen reicht der Bogen durch Raum und Zeit. Ihren Abschluss findet die Reise bei Orten der industriellen Moderne wie der Bertha-Benz-Straße und dem Potsdamer Einsteinturm.

    In Stuttgart kann man jetzt selbst auf Steinhilbers Zeitreise gehen. Die Ausstellung »Deutschland – Eine Reise durch die Zeit« wird bis 31. Juli 2022 in der VHS-Photogalerie, Rotebühlplatz 28 gezeigt.


    Bild: Berthold Steinhilber/laif: Galgen von 1597 in Beerfelden im Odenwald.

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