Beuys Hase und Pinas Hut: Walter Vogel wurde 90



  • Bekannt wurde Walter Vogel in den 1960er Jahren mit einer Portraitserie der Tänzerin Pina Bausch – unter anderem auch mit einem äußerst großen Hut als Requisit – und Fotos der Beuys-Performance „wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“.


    Nun wurde der Düsseldorfer Fotograf 90 Jahre alt. Mit dreißig Jahren kündigte er seine Stelle als Ingenieur in einem Chemieunternehmen, folgte seiner Leidenschaft und begann bei Otto Steinert an der Essener Folkwangschule Fotografie zu studieren. Mit dem Kauf einer Akarette war seine Liebe zur Fotograf schon im Alter von Zwanzig angezündet worden. Seit 1954 publizierte er Bilder in Zeitschriften.

    Nicht nur Künstler und die Diva Pina Bausch, vor allen Dingen stehen die sogenannten einfachen Leute im Fokus seiner Kamera. Er fotografierte Reportagen über das Ruhrgebiet, Kaffeehäuser in Italien, die Markthallen in Paris, auch über die Welt der Transvestiten. Für sein Gesamtwerk wurde der 1932 geborene Walter Vogel 2012 mit dem Kunstpreis der Künstler der Großen Kunstausstellung NRW ausgezeichnet und in die Leica Hall of Fame berufen.

    Walter Vogel hat seinen fotografischen Vorlass 2016 an die bpk-Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergegeben, die das zeit- und kunstgeschichtlich bedeutende Werk nun konservatorisch betreut und inhaltlich erschließt.



    Bild: Dalmatiner, kein Interesse an Fußball, Düsseldorf 1956, bpk / Walter Vogel

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