APA: Mit dem Europazug durch Österreich



  • Von einem längst vergessenen Kapitel der Demokratisierung von Nazi-Österreich nach dem 2. Weltkrieg erzählen die Archivgeschichten der APA Picturedesk.

    Ab Mitte 1945 versorgte die Pictorial Division der United States Information Services (USIS) österreichische Medien in der amerikanischen Besatzungszone mit Bildmaterial. Die Abteilung stand in direkter Abhängigkeit von der Besatzungsmacht und sollte die Themen und Interessen der US-Außenpolitik im Rahmen der Hilfen zum Wiederaufbau dokumentieren.

    Von 1948 bis 1954 stand die Abteilung unter der Leitung des Fotografen Yoichi R. Okamoto, der mit seiner Arbeit eine ganze Generation österreichischer Fotografen beeinflusste. Im Stile des amerikanischen Bildjournalismus bereisten seine Mitarbeiter die Bundesländer und sollten Optimismus und ein positives Lebensgefühl vermitteln.

    Waren es zu Beginn Bildgeschichten über Hunger und Elend, wechselten die Themen mit Beginn des Marshallplans 1947 zu Flussregulierungen, Straßenbauten, dem auflebenden Tourismus und vor allem zu Prestigeprojekten wie dem Bau des Kraftwerks in Kaprun.

    Die Berichterstattung war natürlich Propagandainstrument im Kalten Krieg, Teil dieser Propaganda waren immer wieder auch Ausstellungen, die der Bevölkerung zeigen sollten, wem die Hilfe zu verdanken war. Am erfolgreichsten hierbei war der „Train of Europe“, der von 1951 bis 1953 quer durch Europa unterwegs war, mit fünf Waggons, die in den einzelnen Ländern durch nationale Themen ergänzt wurden und mehr als fünf Millionen Besucher anzogen.

    Am 18. Juli 1952 begann der Zug seine Tour durch Österreich und wurde von mehr als 400.000 Menschen besucht. Die Besucher wurden mit Luftballons, Geschenken und Informationsmaterial versorgt und in Wien wurde der fünfmillionste Besucher sogar mit einem Motorroller beschenkt.

    Eine Rückschau zeigt APA picturedesk hier: picturedesk.com/bild-disp/sear…c8-4ccc-83ad-aa555e417b55

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