Avalon mit Portfolio zum Ruanda-Genozid 1994


  • Der Begriff "Genozid" ist gegenwärtig in der medialen Diskussion ja übermachtig. Wenngleich die Zuschreibung des Ausdrucks mittlerweile sehr - allzu - weit gefasst wird. Ein Genozid im ursprünglichen, engeren Sinne des Begriffes war zweifelsfrei der Völkermord an den Tutsi in Ruanda vor 30 Jahren: die bewusste, geplante und organisierte Auslöschung eines Volkes.

    In der ehemals belgischen Kolonie Ruanda fanden - 30 Jahre nach der Entlassung in die Unabhängigkeit - schwere Massaker an den Tutsi statt, die von fanatischen Hutu verübt wurden. Rund 800.000 Menschen, darunter auch gemäßigte Hutu, wurden nach internationalen Schätzungen dabei brutal ermordet. Die Morde begannen am 6. April 1994 und dauerten rund drei Monate an. Mit Hilfe führender Regierungsmitglieder und Medien wie dem berüchtigten Radio- und Fernsehsender Libre des Mille Collines wurden Hutu-Bürger aufgefordert, sich selbst aktiv an den Morden zu beteiligen. Innerhalb weniger Tage hatte sich die Gewalt über das ganze Land ausgebreitet, internationale Bemühungen einzugreifen waren völlig unzureichend. Die damaligen Ereignisse dokumentieren die Machtlosigkeit bei der Verhinderung und Beendigung des Völkermords und veranlasste die Vereinten Nationen dazu, die internationalen Mechanismen für Intervention zu stärken, einschließlich des 2005 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Grundsatzes der "Schutzverantwortung".

    Ein sehr beklemmendes Portfolio zum Thema stellte die britische Agentur Avalon zusammen: uk.avalon.red/s/lai56c

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