Berlin: Michael Wesely. Berlin 1860 – 2023


  • Es sind zwei Werkkomplexe, in denen der Fotograf Michael Wesely faszinierende Antworten auf die Fragen gibt: "Wie lässt sich die räumliche und architektonische Entwicklungsdynamik einer Stadt fotografisch visualisieren? Wie kann Fotografie überhaupt Zeit einfangen?"

    Für „Doubleday“ legt Wesely seine eigenen Aufnahmen passgenau über alte Fotografien Berliner Architektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert und schafft damit atemberaubende Zeitsprünge zwischen Einst und Heute: Flaneure des 19. Jahrhunderts am Alexanderplatz begegnen Touristen von heute, Ruinen werden von ihren wiederaufgebauten Kopien überblendet, an die Stelle des Schlosses Monbijou ist ein Park getreten. Vergangenheit und Gegenwart laufen in einem Bild ineinander. In der Serie „Human Conditions“ richtet der Künstler den Fokus auf die in den großformatigen Aufnahmen der Preußischen Messbildanstalt eingeschlossenen Lebensspuren der Menschen um 1900.

    Michael Wesely, geboren 1963 in München, studierte 1986–1988 an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie und 1988–1994 an der Akademie der Bildenden Künste München. In Langzeitprojekten fotografierte er die Errichtung einiger bedeutender städtebaulicher Strukturen in München, Berlin, São Paulo und anderen Städten. Seit 2000 lebt und arbeitet er in Berlin.

    Die Ausstellung im Museum für Fotografie (Jebensstraße 2, 10623 Berlin) endet am 1. September 2024.


    Bild: Michael Wesely mit Waldemar Titzenthaler (1869-1937); Bahnhof Zoo, Berlin (1898/2023) aus der Reihe Doubleday 2024

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