Germaine Krull ist bis heute vor allem für ihre wegweisenden fotografischen Arbeiten der 1920er- und 1930er-Jahre bekannt. Die Ausstellung im Folkwang Museum zeigt jedoch eine weit größere Spannbreite ihres Schaffens: Sie verfasste autobiografische und fiktionale Texte, Reportagen, politische Berichte und literarische Erzählungen, die ab den späten 1920er-Jahren parallel zu ihrem fotografischen Werk entstanden. Mit dem Verweis auf Chien Fou (franz. Verrückter Hund) – ihr Alter Ego und zugleich Titel ihres ersten Werks von 1934 – rückt die Ausstellung Krull als Stimme in einem bewegten Jahrhundert in den Vordergrund.
Die Ausstellung zeichnet nach, wie äußere Umstände – insbesondere der Zweite Weltkrieg – ihr Leben und Schaffen prägten und wie Krull schließlich eine bewusste Abkehr von Europa vollzog, um in Thailand und Indien neue Lebensmittelpunkte zu finden.
Die Schau läuft bis zum 15. März im Folkwang Museum, Museumsplatz 1, 45128 Essen.
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