Zwischenbilanz zur Aufarbeitung des Riefenstahl-Nachlasses durch die SPK


  • Zur Person, dem Werk und der Ästhetik Leni Riefenstahls (1902 – 2003) hat wohl jeder seine eigene Meinung. Ob ich meine ändern werde in Folge der Forschung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das glaube ich eher nicht.

    Zentral aber ist, dass „die Preußen“ mit dem Nachlass Leni Riefenstahls eine Schenkung durch die Erbin erhielten, die durchaus das Potential zum Danaergeschenk hat. Über 700 Kisten mit Fotos, Filmen, Notizen, Briefen, Manuskripten und weiteren Dokumenten waren der SPK 2018 übertragen worden. Sicherlich, die Bestände bergen enormes Forschungspotential. Gleichzeitig ist das Konvolut eine beträchtliche Herausforderung – sowohl im Hinblick auf Umfang und Vielfalt seiner Inhalte als auch in ethischer, rechtlicher und gesellschaftspolitischer Hinsicht. „Ziel“, so SPK, „ist eine sukzessive Erschließung in Teilprojekten, die jeweils unterschiedliche Perspektiven einbeziehen“.

    Nach dem Tod ihrer NS-Mentoren und ihrer politischen Entlastung vor dem Spruchkammerverfahren als „Mitläuferin“ arbeitete Riefenstahl weiter, veröffentlichte als Fotografin mehrere Bildbände, von denen die Arbeiten über das Volk der Nuba im Sudan die wohl bekanntesten sind. Und über diese Phase ihres Schaffens in den 1960er und 70er-Jahren liegt nun der erste Zwischenbericht der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek vor. Präsentiert wird diese „Zwischenbilanz“ über die Website nuba-images.smb.museum/ vor. Wer mag, bildet sich selbst ein Urteil...

    P.S. Ein Wort zur Verwertungssituation der Riefenstahl-Bilder : Die kommerziellen Verwertungsrechte wurden von der Erbin Gisela Jahn der Firma La Tresor Kreativhandel GmbH übertragen, die digitale Einzelbildverwertung übernimmt die bpk-Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

    Bild oben: Riefenstahl, Quelle spkmagazin.de

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