Die Retrospektive – sie läuft noch bis zum 10. Mai 2026 im Foto Arsenal Wien - zeichnet Daidō Moriyamas fotografisches Werk und seine konzeptuellen Auseinandersetzungen mit den Medien nach: von seinen frühen Arbeiten für japanische Magazine über sein wachsendes Misstrauen gegenüber dem Fotojournalismus bis hin zu seinem Beitrag zur „Provoke“-Bewegung.
Der japanische Fotograf – neben weiteren Ausszeichnungen ist er auch DGPh-Kulturpreisträger 2004 – wird mit über 200 Kunstwerken, 250 Reproduktionen aus Publikationen, Büchern und audiovisuellen Projektionen gefeiert. Die Ausstellung ist damit eine der umfassendsten Ausstellungen über das Werk des Fotografen. Wien ist bereits die fünfte Station dieser internationalen Wanderausstellung, die zuvor in São Paulo, Berlin, London und Helsinki präsentiert wurde. Von der britischen Zeitung The Guardian wurde sie zur besten Fotoausstellung des Jahres gekürt.
Berühmt wurde Moriyama für seine grobkörnigen, unscharfen und schrägen Aufnahmen, die eine radikal neue Perspektive auf gesellschaftliche Umbrüche, Sehnsucht, Tabus und das Theater des Alltags eröffnen. Der gelernte Grafikdesigner fotografiert seit den 1960er-Jahren das Leben auf den Straßen Japans: Passanten, urbane Szenen, flüchtige Momente. In einer Zeit, in der das Land nach den nicht zuletzt atomaren Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs eine rasante Modernisierung erlebte, fand er seine Themen.
Foto Arsenal Wien, Arsenal Objekt 19A, 1030 Wien
Bild: Daidō Moriyama, Stray Dog, Misawa, 1971. From A Hunter. © Daidō Moriyama Photo Foundation
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