Der Hansel-Mieth-Preis der Agentur Zeitenspiegel aus Weinstadt ist in Deutschland auch deshalb etwas Besonderes, weil er einen Beitrag würdigt, der als Teamleistung besticht – der geschriebene und der fotografierte Inhalt werden gleichermaßen bewertet.
Der diesjährige Preis geht an die Autorin Julia Kopatzki und an den Fotografen Roderick Aichinger für ihren Beitrag „Endlich allein“, erschienen in Spiegel 36/2025. Eine Woche lang hat das Reporterteam Jugendliche im Zeltlager in Italien begleitet – in einer Zeit, in der viel über Jugendliche und ihre Probleme geredet wird, aber nur selten mit ihnen.
Die Begründung der Jury: „Im Text erhebt sich Julia Kopatzki nie über die Teenager, sie nimmt sie ernst. In einer Sprache von eleganter Leichtigkeit eröffnet sie dem Leser die Welt der Jugendlichen, ohne je zu belehren. Roderick Aichinger schafft es, die Jugendlichen in unbeobachteten Momenten einzufangen, in denen sie nicht für die Kamera und nicht für ein digitales Selbstbild posieren. So entsteht eine Nähe, ohne vorzuführen. Die beiden lassen die Jugendlichen einfach sein, wie sie sind.“
Die besten Reportagen werden – wie immer – in einem Sammelband des Schwoerer Verlages zusammengefasst.
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