Im Licht der Nacht – Vom Leben im Halbdunkel



  • Jan Sluijters, Moon night II, Laren, 1911, Öl auf Leinwand, 50,5 × 71,5 cm, Kunstmuseum Den Haag © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

    Das Marta Herford Museum zeigt bis zum 9. Februar 2020 die Ausstellung „Vom Leben im Halbdunkel“. Anhand von rund 100 Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Videos und Installationen von der frühen Moderne bis zur Gegenwart wird dem Betrachter das Phänomen der „entgrenzten Nacht“ demonstriert. Seit der Erfindung des elektrischen Lichtes wird es in der Großstadt nicht mehr rabenschwarz dunkel, bestenfalls halbdunkel.
    Mit der Etablierung der Schichtarbeit und dem Einsatz von multimedialen Kommunikationsmitteln gilt die heutige Generation als 24-Stunden-Gesellschaft mi veränderten Wahrnehmungen und Lebensgewohnheiten. Die Ausstellung beleuchtet innerhalb von drei Schwerpunkten diese Phänomene und lässt die Besucher durch den Einsatz besonderer Lichtstimmungen zu nächtlichen Flaneuren innerhalb der Gehry-Galerien werden.
    In der Dämmerung scheinen sich die Farben aufzulösen. In einem ersten Teil werden diese Wahrnehmungen thematisiert. Die Lichtinstallation „Moenkopi“ (2007, aus der Tall Glass Serie) von James Turrell simuliert den Zustand eines ewig andauernden Sonnenauf- bzw.-untergangs. Jan Sluiters interpretiert in „Moon night II, Laren“ (1911) die ländlichen Lichterscheinungen mit intensiver Farbkraft. Mit seinen Skulpturen, die wie bizarre, geflügelte Geschöpfe erscheinen, fördert David Altmejd eine Seite der Nacht zutage, die an Erzählungen von Dämonen, Geistern oder Werwölfenerinnert. (Barbara Hartmann)
    Marta Herford Museum für Kunst, Architektur, Design/ Goebenstraße 2-10, 32052 Herford
    www.marta-herford.de

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